»Gönn dir«


Wenn die eigenen Bedürfnisse zu kurz kommen

 Lesezeit: circa 7 Minuten


Wie oft im Leben nehmen wir uns wirklich ganz bewusst die Zeit für uns selbst? Für unsere Bedürfnisse und unser Wohlbefinden. In meiner Wahrnehmung haben viele Menschen verlernt, sich etwas richtig zu gönnen.

Viel zu oft wandelt sich der Wunsch nach Aufmerksamkeit für uns selbst in eine Beliebigkeit, die das Herz nicht erreicht und die Seele nicht erfüllt. Die uns innerlich einfach nicht zufrieden stimmt. 

Stattdessen meldet sich das Unterbewusstsein zu Wort und beschwert sich förmlich über uns. Wir verurteilen uns für unser Verhalten und schwören uns, es beim nächsten Mal besser zu machen.

»Beim nächsten Mal achte ich wirklich auf meine Bedürfnisse«, Doppelschwör!

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Wir belügen uns und beschweren uns letztendlich bei uns selbst dafür zu wenig Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu haben.

Die Fülle des Lebens steigt jeden Morgen mit uns gemeinsam aus dem Bett. Und bereits beim ersten Blick auf das Smartphone vergessen wir, was uns am Morgen wirklich guttut. Wie stellen wir uns den heutigen Tag in seiner ganzen Pracht vor? Was wollen wir erreichen und was wollen wir uns selbst gönnen?

Stattdessen ziehen uns Social Media und Nachrichten sehr schnell in ihren Bann. Das Unterbewusstsein versucht sich mit letzter Kraft zu melden, bevor wir komplett in der Belanglosigkeit des Internets versinken.

Und die eigenen Bedürfnisse? Egal!

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I'm a hustler


Wozu sollte man sich auch morgens einfach hinsetzen, atmen und nichts tun. Wie dämlich ist das denn bitte! Die Zeit ist viel zu kostbar und will genutzt werden. Eine morgendliche Erdung erscheint leider immer noch viel zu vielen Menschen als überflüssig. Sich für wenige Minuten auf ein Kissen zu setzen, die Augen zu schließen und in seinen Körper hinein zu spüren. Die Zeit lässt sich effektiver nutzen.

Und dann sollen wir uns ganz bewusst die Zeit für ein ausgiebiges Frühstück nehmen. Come on Daniel. Sollen wir erst um 12.00 Uhr anfangen zu arbeiten? Die Zeit dafür haben wir nicht! Warum ist das so?

Der Leistungsdruck offenbart unsere eigene Verletzlichkeit. Unser Verhalten ist oftmals extrinsisch motiviert. Wir tun Dinge, die uns die Gesellschaft vorlebt. Von denen wir glauben, dass sie für unser Leben essenziell sind. Wenn wir das nicht tun, können wir nicht mithalten und verlieren den Anschluss.

»Die Arbeit ruft«, heißt es so schön. 

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Wir sind nur noch am hustlen und rennen unserem eigenen Erfolg hinterher. Mit jeder Überstunde nähren wir die Hoffnung auf ein glücklicheres Leben. Auf den entscheidenden Moment, der unsere Karriere voranbringen wird. Auf die erhoffte Gehaltsanpassung, die uns unserem Traum näher bringt. Der finanziellen Freiheit, die viele nicht einmal für sich definieren können. 

Viele Menschen arbeiten kontinuierlich an ihrer körperlichen und mentalen Belastungsgrenze. Der Burn-out steht quasi schon vor der Haustür und erwartet uns sehnsüchtig. Er nimmt uns in Empfang und begleitet uns direkt zur ärztlichen oder therapeutischen Behandlung.

Ich weiß sehr gut, wie es sich anfühlt, zu viel zu arbeiten. Ich habe nicht mal übermäßig viel gearbeitet und dennoch habe ich konstant entgegen meiner intrinsischen Motivation gehandelt. Ich lebte das Leben der anderen und pushte mich selbst zu Höchstleistungen, die niemand außer ich selbst von mir verlangte. Ich machte vor allem viel zu wenig Pausen zur Regeneration.

Mal so richtig abzuschalten fällt uns am Arbeitsplatz schwer. Es gibt viel zu viel, was während der Arbeitszeit nicht im Internet konsumiert werden konnte. Das will dann bei einem Kaffee oder einer Zigarette nachgeholt werden. Am besten noch an der frischen Lust. Das ist keine Pause!

PLD®-Pause


Gönn dir eine richtige Pause. Eine Pause, die zu deiner intrinsischen Motivation passt. Durch das Wissen deiner sogenannten Personal Life Driver® (PLDs®) wirst du erkennen, was du wirklich brauchst, um dich effektiv erholen zu können. 

Menschen, die zum Beispiel den PLD® »Aktivität« sehr stark ausgeprägt haben, wollen sich in der Mittagspause bewegen. Sie wollen ihren Körper spüren. Menschen, die dagegen den PLD® »Bequemlichkeit« in sich tragen, suchen sich einen entspannten Platz und verweilen. In Kombination mit »Kontaktfreudigkeit« mögen sie beispielsweise den Austausch mit den Kolleg*innen.

Gönn dir fünf Minuten mit dir selbst und schließe dabei die Augen. Jeder Mensch findet einen stillen Ort, wenn er ihn wirklich finden will. Zur Not eben auf dem stillen Örtchen. Atme ganz tief und bewusst in deinen Körper und verfolge deinen Atem. Die Gedanken, die aufkommen, dürfen weiterziehen. Sie werden in diesen wenigen Minuten nicht gebraucht. Du bist für eine kurze Zeit vollkommen bei dir uns tust nichts weiter als zu atmen. Atme bewusst in Körperregionen hinein, die dir wehtun sollten und atme ruhig und gleichmäßig weiter. Nach fünf Minuten machst du die Augen wieder auf und wirst dich innerlich beruhigt und aufgeräumt fühlen.

Die Welt durfte für ein paar Atemzüge draußen bleiben. 

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Ein Date mit dir selbst


Die Zeit für sich selbst erscheint vielen Menschen als verlorene Zeit. Unsere Mitmenschen sind uns wichtiger und benötigen unsere volle Aufmerksamkeit. Wir wollen, dass es unserer Familie und unseren Freunden großartig geht. Eine Person vergessen wir dabei leider immer öfters. Uns selbst.

Wir dürfen uns wieder viel öfters mit uns selbst treffen. Quasi auf ein Date mit uns selbst. Die Selbstfürsorge (englisch »me-time«) ist ein wichtiger Bestandteil der Achtsamkeit. Nur wenn wir fähig sind, auf unsere eigenen Bedürfnisse zu achten, können wir achtsamer durchs Leben gehen.

Wir dürfen wieder lernen zu spüren und zu fühlen, was uns überhaupt guttut. Worauf haben wir Lust? Was haben wir als Kind super gerne getan? Was ist so verrückt, dass es genau jetzt getan werden will?

Wenn wir das Kribbeln und die Leidenschaft für uns selbst entfachen, können wir unsere Mitmenschen begeistern und ihnen noch achtsamer begegnen. Wir schaffen eine Verbindung zu uns selbst und verweilen im Moment. Wir sind präsent und spüren das Leben. Und noch viel besser.

Wir gönnen uns unser Leben.

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Impulse für mehr Achtsamkeit


Gönne dir eine Pause


Entscheide dich ganz bewusst für eine Pause, in der du wirklich nichts tust. Du machst nichts weiter, als ruhig zu atmen und deinen Blick schweifen zu lassen. Keine Handlung. Keine Ablenkung. 100 Prozent Pause.

Gönn dir einen Termin


Dein Kalender ist voll mit Terminen. Wie viele davon entfallen auf dich selbst? Plane in deiner Woche Zeitfenster für dich ganz persönlich ein. Tue dann das, worauf du Lust hast. Ich verspreche dir. Das werden die besten Meetings deines Lebens.

Gönn dir genug Schlaf


Schlaf ist sehr wichtig. Sieben bis acht Stunden dürfen es im Idealfall schon sein. Deine Augen werden es dir danken, wenn du ihnen vor dem Schlafengehen ausreichend Zeit zur Erholung schenkst. Das Smartphone darf frühzeitig in den Flugmodus geschaltet werden.

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