Der Weg der Veränderung


Abseits der vertrauten Wege

 Lesezeit: circa 5 Minuten


Da ist er wieder. Der Wunsch nach Veränderung. Viele sagen, es sei doch ganz einfach, sein Verhalten zu ändern. Ist das wirklich so? Warum fällt es mir dann so schwer, mich zu verändern? Mein Verhalten lässt sich doch mit einem Fingerschnippen korrigieren. Oder etwa nicht? Ich kann meine Gewohnheiten ändern und meine Richtung im Leben nach Belieben korrigieren. Ich muss keiner bestimmten Route folgen und dennoch orientiere ich mich fast blind an meinem Umfeld. Mir fehlt der Mut für Veränderungen. Auf den mir vertrauten Wegen kenne ich mich aus. Ich kann die Strecke des Alltags fast blind abfahren. Ich kenne jedes Schlagloch und jede Unwägbarkeit. Die Schilder am Wegesrand kann ich im Schlaf vorlesen. All die Hinweise, die mich durchs Leben navigieren. Ich richte mich nach ihnen. Ich folge ihnen. Tagein, tagaus fahre ich die gleiche Route ab. Ich treffe die gleichen Menschen. Ich brauche nichts zu verändern. Alles wiederholt sich. Alles langweilt mich. Alles frustriert mich. 

Da ist er wieder. Der Wunsch nach Veränderung. Diese innere Unruhe. Der Blick bleibt stets nach vorne gerichtet. Auf das Vertraute. Was mich außerhalb meiner Routinen verändern könnte, sehe ich nicht. Was mich außerhalb meiner Routinen glücklich machen könnte, verdränge ich. Ich kann doch nicht einfach die Straße verlassen. Ich muss die Regeln einhalten. Ich muss die Routinen bewahren. Ich muss an mein Ziel gelangen. An welches Ziel? An das Gefühl, einen erfolgreichen Tag gehabt zu haben? Getan zu haben, was ich wirklich aus tiefstem Herzen will? Hat mich die gewohnte Strecke glücklich gemacht? Nichts verändert sich. Der Wunsch nach Veränderung verschwindet am Horizont.

Da ist er wieder. Der Wunsch nach Veränderung. Meine Hände zittern. Die Sonne strahlt mir ins Gesicht. Sie kitzelt mich. Sie lockt mich. Sie blendet mich. Ich weiche ihr aus, damit ich dem gewohnten Weg folgen kann. Sie bleibt hartnäckig. Ich kann mich ihrer Kraft nicht mehr entziehen. Sie navigiert mich. Ich nehme all meinen Mut zusammen, reiße das Steuer zur Seite und biege ab. Ohne Blinker und ohne vom Gas zugehen. Ich durchbreche meine Routinen und fahre querfeldein. Die glatte Straße verwandelt sich in eine Buckelpiste. Alles wackelt und schaukelt. Mir wird schlecht. So habe ich mir meine Veränderung nicht vorgestellt. Ich weiß nicht, wohin mich der Weg führt. Die Sonne strahlt noch etwas stärker. Ich vertraue ihr.

Da ist er wieder. Der Wunsch nach Veränderung. Das Unbekannte zu entdecken. Sein Leben zu hinterfragen. Die eigenen Unwägbarkeiten zu erkunden. Nicht zu wissen, was mich im Leben erwartet, lässt mich erstarren. Dem Weg einfach blind zu folgen macht mir Angst. Ich kenne das Ziel nicht. Ich kenne die Hinweisschilder nicht. Alles ist neu. Alles ist im Wandel. Das irritiert mich. Ich mag das nicht. Ich mag keine Veränderung. Wieso bin ich dann abgebogen? Wieso bin ich der Sonne gefolgt? Wieso bekomme ich Gänsehaut? Und wieso fange ich einfach an zu weinen?

Da ist er wieder. Der Wunsch nach Veränderung. Das Schöne. Das Leben. Ich lasse mich darauf ein. Die Kraft der Sonne lässt nach. Sie verschwindet allmählich hinter dem Horizont. Nun bin ich auf mich allein gestellt. Abseits der vertrauten Wege ist es ruhig. Verdächtig ruhig. Wieso kommt hier niemand vorbei? Bin ich der einzige Mensch, der den gewohnten Weg verlassen hat? Die Beziehung zu anderen Menschen rückt in den Hintergrund. Ich stoppe an einem kleinen See. Die Sonne winkt mir noch ein letztes Mal zu. Ich setze mich ans Ufer und beobachte die Umgebung. Die Wasseroberfläche ruht. Meine Gedanken ruhen. Ich ruhe.

So fühlt er sich also an. Der Wunsch nach Veränderung.

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Vom Weg abgekommen


Der Wunsch nach Veränderung steckt in vielen Menschen. Das Bewusstsein für die Veränderung zu erkennen ist ein erster wichtiger Schritt für den persönlichen Wandel. Die täglichen Routinen unterbinden den Veränderungsprozess. Wir laufen oftmals blind, in Gedanken versunken, und wie ferngesteuert durch die Gegend ohne ein klares Ziel zu haben.

Es ist einfacher zu sagen, was man nicht mehr will, als zu erkennen, was man wirklich im Leben will.

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Welcher Weg der richtige ist, kann uns keiner sagen. Wenn wir den gewohnten Weg nicht verlassen, werden wir es nicht erfahren. Wir werden nicht erfahren, wie sich das Unbekannte anfühlt. Wie sich der Wechsel des Untergrunds anfühlt. Ob uns die Veränderung gefällt oder nicht. Ob wir ihr ein Like geben oder nicht. Das wissen wir nicht. 

Was wir aber spüren, ist der tiefe innere Wunsch, danach die Dinge zu tun, die wir wirklich tun wollen. Ohne Stress, Druck und Verantwortung. Das Leben in all seinen Phasen positiv zu gestalten. Die Beziehung zu uns selbst ist eine wichtige Basis für Veränderungen. Die langfristige Änderung unserer Einstellung zum Leben kann aus meiner Erfahrung nur funktionieren, wenn wir uns wirklich klar darüber sind was wir erreichen wollen. Sind unsere Ziele im Leben wirklich unsere eigenen Ziele oder hat sie jemand für uns ins Navigationssystem eingetippt. Wir fahren los und Vertrauen auf die Stimmen der anderen, statt auf unsere eigene Intuition zu hören.

Aus dem Weg!


Durch Achtsamkeit kann der Wechsel der Blickrichtung gelingen. Oftmals laufen wir wie mit Scheuklappen durchs Leben und erkennen unsere Möglichkeiten im Leben nicht. Oder wir wollen sie nicht erkennen und wählen bewusst den Tunnelblick. Mut zu zeigen und sich ganz bewusst für die Vielfalt im Leben zu entscheiden macht uns offener und glücklicher. Wir tun die Dinge lieber allein und beharren auf unserem Weg. Oftmals genügt schon eine kleine Korrektur um dauerhafte Veränderungen zu erreichen. Es kann hilfreich sein, die eigenen Routinen zu hinterfragen und sich von außen Feedback einzuholen. 

Manchmal erkennen andere Menschen eine Abkürzung, die uns jahrelang verborgen geblieben ist. 

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Jede Situation zu akzeptieren wie sie ist, kann den eigenen Erwartungsdruck reduzieren. Uns ganz bewusst jeder Situation im Leben zu stellen macht uns mutiger und lässt uns wachsen. Wir können unserem Leben aus dem Weg gehen oder es so annehmen, wie es ist. 

Impulse für mehr Achtsamkeit


Sei neugierig


Schau dich ganz bewusst in deiner Umgebung um. Was siehst du? Woran bleibt dein Blick hängen? Verlangt etwas nach deiner Aufmerksamkeit, was du bisher verdrängt oder ignoriert hast? Lass dich von deinen Mitmenschen inspirieren und öffne dich für das Unbekannte in deinem Leben.

Sei intuitiv 


Hinterfrag deine Gewohnheiten. Frag dich ganz bewusst, ob das, was du tust, das Richtige ist. Handele mehr aus dem Bauch heraus und denke weniger über dein Tun nach. Der erste Impuls ist oftmals der richtige.

Sei zielstrebig


Hab klare Ziele im Leben. Formuliere für dich, welche Dinge du in deinem Leben erreichen willst. Prüfe, ob es wirklich deine Ziele sind oder ob sie andere für dich aufgestellt haben. Beharre nicht auf dem einen Weg, der zum Ziel führt. Ein bewusst gewählter Umweg kann dir neue Inspiration verschaffen.